ABKÜNDIGUNG VOM 13. MÄRZ 2016

Liebe Gemeinde,

im vergangenen Jahr wurde ein Gemeindeentwicklungsprozess in Gang gebracht, in dem sich nicht nur das Presbyterium sondern auch zahlreiche Gemeindeglieder aktiv eingebracht haben. Ziel dieses Prozesses war, gemeinsam ein neues Werte- und Strukturkonzept für die Versöhnungs-Kirchengemeinde zu entwickeln, um die Gesamtgemeinde zukunftsfähig zu machen.

Konkreter Auslöser für diesen Prozess ist ein Haushaltsdefizit von mind. 140.000 Euro im Jahr. Es bestand - und besteht weiterhin - dringender Handlungsbedarf. Doch unabhängig davon, wie unsere Gemeinde zukünftig inhaltlich und konzeptionell arbeiten möchte, stand von Beginn an im Raum, dass mindestens ein Kirchenstandort aufgelöst und mindestens eine Pfarrstelle abgebaut werden müssen. Die Entscheidungen zu treffen ist hart, und keiner der Verantwortlichen machte sich die Entscheidung leicht. Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Punkte, an denen der Rotstift angesetzt werden muss, um die Gemeindefinanzen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Allein mit der Reduzierung der Pfarrstellen und der Schließung einer Gottesdienststätte ist die Lücke im Haushalt nicht zu schließen!

Nach Abwägung vieler guter Argumente, die für den ein oder anderen Standort sprachen, sowie unter Berücksichtigung möglicher und damals sehr konkreter Vermarktungsoptionen fasste das Presbyterium nach intensiven Beratungen im November 2015 den Entschluss, das Gemeindeleben im Laufe des Jahres 2016 an einen Standort – nämlich die Erlöserkirche – zu konzentrieren.

Diesen Beschluss legte das Presbyterium jedoch Anfang 2016 wieder auf Eis. Im Wesentlichen führten zwei Gründe zu der Revidierung der ursprünglichen Entscheidung: Zum einen zogen sich potentielle Kaufinteressenten wieder zurück, zum anderen gab es zahlreiche kritische Eingaben seitens der Gemeindeglieder, die ihre berechtigten Sorgen und Befürchtungen zum Ausdruck brachten. Die Verantwortlichen der Gemeinde mussten anerkennen, dass die wirtschaftlich gerechtfertigte Entscheidung trotz aller damit zusammenhängenden Ideen, Visionen und Chancen nicht auf das gegenwärtige Gemeindeleben übertragbar ist.

Das Presbyterium hat alle Eingaben, Reaktionen und Sorgen daher sehr ernst genommen und intensiv darüber beraten. Die schwierigen Beschlüsse, die zu treffen waren, wurden kontrovers, aber auch wohlwollend und konstruktiv erörtert. Niemand hat die Entscheidungen auf die leichte Schulter genommen, denn die Tragweite war jedem Presbyteriumsmitglied bewusst.

Es wurde nach eingehender Beratung am 27. Februar 2016 folgender Entschluss gefasst:

Zukünftig wird das Gemeindeleben der Ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde an zwei Standorten stattfinden. Die beiden Standorte, die erhalten bleiben, sind die Erlöserkirche in der Oberstadt und die Apostelkirche am Bierbaum.

Nach Ostern 2016 finden Gottesdienste nur noch in diesen beiden Kirchen statt. Nur in Ausnahmefällen (wie z.B. Konfirmationen) werden Gottesdienste auch in der Auferstehungskirche gefeiert. Gruppen und Kreise, die zurzeit noch in der Auferstehungskirche stattfinden, sollen in einem zeitlich angemessenen Rahmen an die verbleibenden Standorte umsiedeln. Im Jahresverlauf werden wir aber auch regelmäßig zentrale Gemeinschaftsgottesdienste an beiden Standorten feiern.

Auf dieser Grundlage soll nun das Gemeindeleben organisiert werden; noch gibt es viele ungelöste Fragen, auf die es aktuell noch keine Antworten gibt. Die Gemeinde ist herzlich eingeladen, in wohlwollendem Miteinander passende Lösungen zu finden.

Eines muss zudem unmissverständlich klar sein: Das Haushaltsdefizit ist auch nach Reduzierung der Pfarrstellen und auch durch Stilllegung eines Kirchgebäudes noch lange nicht behoben. Die Gemeindekasse wird z.B. durch steigende Personalkosten, rückläufige Kirchensteuereinnahmen oder sinkende öffentliche Gelder für Kindergärten weiterhin stark beansprucht.

Um dauerhaft ein umfangreiches und buntes Gemeindeleben mit seinen zahlreichen Angeboten zu gestalten, sind auch zukünftig große Anstrengungen erforderlich. Es sollte jedem Gemeindeglied bewusst sein, dass sich unsere Gemeinde zwei Kirchenstandorte momentan eigentlich nicht leisten kann. Es sind erhebliche finanzielle Mittel notwendig, um zwei Kirchen zu erhalten.

Jedes Gemeindeglied sollte sich daher die Frage stellen: „Was ist mir meine Kirche wert?“ – Wir regen jeden an, für sich selbst zu prüfen, wie er sich in der Gemeinde einbringen möchte: Wer arbeitet mit? Wer beteiligt sich mit seiner Zeit oder seinen Gaben? Wer möchte z.b. mit einem freiwilligen Kirchgeld mithelfen, die Gemeinde lebendig zu halten?

Das Presbyterium hofft, dass der Beschluss, eine Gesamtgemeinde mit zwei Pfarrbezirken und zwei Kirchenstandorten zu schaffen, auf fruchtbaren Boden fällt und eine breite Akzeptanz in der Gemeinde findet. Wir laden Sie herzlich ein, mitzuarbeiten und sich zu engagieren – damit unsere Versöhnungs-Kirchengemeinde lebendig und gestärkt in die Zukunft gehen kann.